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Akademiepark Wiener Neustadt:
Von Leopold dem Tugendhaften und seinen Ministerialen wurde 1194 der Beschluss zum Bau einer neuen Stadt gefasst, Wiener Neustadt. Auf dem höchstgelegenen Punkt der Umgebung ließ er gleichzeitig mit dem Bau der ersten Ringmauer eine Burg bauen, die heutige Theresianische Militärakademie. Diese Burg bildete einen wichtigen Grenzpunkt der drei Länder Österreich, Ungarn und letztlich der Steiermark, zu der dieser Besitz gehörte.
Der Platz der Burg am südöstlichen Ende der Stadt, innerhalb der viereckigen Stadtmauern war zudem auch strategisch günstig, weil er nahe der natürlichen Grenze, der Leitha lag und von Sumpf und Wasser umgeben war. Durch verheerende Erdbeben 1348 und 1356 wurde die Burg vollständig zerstört. Die vielen Holzpiloten auf denen sich der alte Bau der Burg gründete, waren teilweise Fundament für die neuerrichtete Burg unter Herzog Leopold III, dem Biederen. Das schwere Erdbeben von 1768 bewirkte abermal schwere Zerstörungen und Verwüstungen an der Burg. Wegen der Nähe zu Wien wurde die Stadt "Wienerisch Neustadt" genannt und erhielt wegen der in Zeiten der Not bewährten treuen und mutvollen Anhänglichkeit den Beinamen der "Allzeit Getreuen".
Der grosszügige Tiergarten der Wiener Neustädter Burg verdankt der Jagdleidenschaft von Kaiser Friedrich III seinen damaligen Umfang. Ursprünglich existierte an der Stelle ein Wald mit sumpfigen Wiesen. Weiters liesser die erste mit Bäumen besetzte Strasse, die Spielallee anlegen und leitete mit dem Kehrbach den dritten Wassergraben in das Stadtgebiet ein. Zudem liesser zur Förderung der Jagd im Freien grosse Heidegebiete mit Föhrensamen aufforsten.
Die wechselhafte Geschichte von Wiener Neustadt ist durch viele Jahrhunderte mit verschiedensten Adelsgeschlechtern verbunden. Zur Zeit der Türkenkriege wurde Wiener Neustadt mehrfach aber erfolglos belagert. Kaiserin Maria Theresia liess1751 die Militärakademie in der landesfürstlichen Burg zu Wiener Neustadt errichten, die zur standesgemässen Erziehung des Offiziersnachwuchses gedacht war. Neben der Nutzung als militärisches Übungsgebiet, hatten Teile des Akademieparks, um 1840 noch Tiergarten genannt, auch Erholungsfunktion. Es bestand ein gemischter Bestand an Laub- und Nadelbäumen sowie Wiesen zur Weidung der Hirsche. Weiters gab es eine abwechslungsreiche Teich- und Sumpflandschaft. Graf Kinsky, liess zur Pferdezucht 1798 den sogenannten Fohlenhof errichten. Hier sollten Fohlen von eigenen Fachkräften für seine Offiziere und Kadetten ausgebildet werden. Zur Futterbeschaffung wurden in der Bewirtschaftung des Parks neue Massstäbe gesetzt. Es wurde zur Bewässerung von angelegten Wiesen ein italienisches Bewässerungssystem installiert.
Eine große Bedeutung hatte der 208 ha messende Park
Anfang dieses Jahrhunderts als Jagdgebiet.
Der Akademiepark weist grosse zusammenhängende Altholzbestände auf. Vereinzelt finden sich im Baumbestand Exemplare, welche bereits über 100 Jahre alt sind. Die höhlenreichen Altholzbestände bieten einer Vielzahl an Vögeln Unterschlupf- und Brutmöglichkeit. Auch der Bewuchs vieler alter Baumstämme mit Efeu erfüllt diesen Zweck.
Inmitten des Akademieparks liegt der Pionierteich. Der Zufluss erfolgt
über ein kleines Gerinne, welches von Süden kommend in den Kehrbach
mündet. Mehrere trockengefallene Gräben, die dominierend mit
Drüsigem Springkraut bewachsen sind, ziehen sich durch die Parklandschaft.
Im Unterwuchs des Parkwaldes sind eine Vielzahl von Frühlingsblühern wie z.B. Milchstern, Gelbstern, Scharbockskraut, Buschwindröschen und Hohler Lerchensporn sowie die Schuppenwurz zu finden.
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